Karrosserie Innenausstattung Elektrische Anlage Mechanische Funktionen Testfahrt Sie wollen einen Spitfire kaufen? Sie haben ein Angebot, vielleicht sogar in Ihrer Wunschfarbe? Werden Sie nicht selbst zum Spitfire (Hitzkopf), sondern bleiben Sie cool. Wir empfehlen Ihnen einige Tests , um Ihnen einen Reinfall zu ersparen und lange Zeit Freude mit einem klassischen englischen Roadster zu haben. Sie können den Ankauftest selbst erledigen, oder aber auch auf die Hilfe des Clubs zurückgreifen. Vorweg: Fast jeder Spitfire ist besser als sein schlechter Ruf aus den Siebzigerjahren. Karosserie  Achten Sie beim Spitfire, wie bei allen Triumph-Modellen, vor allem auf Rost. Wenn sich die braune Pest bereits durch den Lack erkennbar macht, ist es auf der Bodenplatte 5-10 mal schlimmer. Achten Sie auf Stellen, die nachlackiert wurden. Ist darunter Rost? (Klopfen, Test mit kleinem Magneten) Ist das die Originalfarbe? (Vergleich  mit lackierten Stellen im Innen- oder Kofferraum)  Beachten Sie speziell folgende Stellen: ·  ·Die Bodenplatte unter den Teppichen im Fußraum sowie unter den Pedalen und den Sitzschienen,  selbstverständlich auch von unten.  ·Unter der Motorhaube die Schwellerenden hinter den Rädern, die Haubenscharniere und die Blinkerecken  (sollten aus Blech sein!).  ·Im Motorraum die Batteriewanne und die Bleche unter Brems- und Kupplungszylinder.  ·Alle Rahmenteile: Rost ist eher selten, aber Unfälle hinterlassen oft irreparable Spuren, weil der Rahmen erst in  den Stoßstangenhörnern endet und auch heftige Aufsitzer im Straßengraben den Rahmen verbiegen können. Sollte der Rahmen - speziell im Bereich vor dem Fahrgastraum - geschweißt, verbogen oder sonst wie  verdächtig wirken: HÄNDE WEG von diesem Wagen.  ·Die Schweller unter den Türen, und ganz besonders:  ·Die Motorhaube. Sie ist der gesamte vordere Teil der Karosserie und wehrt sich wegen ihrer Größe besonders  gegen unsachgemäße oder umfassende Reparaturen. Ein Ersatz ist extrem teuer und schwierig anzupassen. Achten Sie daher darauf, wie gut die Linien und Flächen der Haube in die restliche Karosserie übergehen und  wie groß und gleichmäßig die Spalten sind. Rost an den Kanten, auch vorne, ist natürlich auch ein Thema.  ·Greifen Sie hinter die Radläufe und prüfen Sie den Blechfalz an der Unterseite der Türschweller.  ·Prüfen Sie auch das Gussteil um die Scheinwerfer, es ist oft rissig, aber nicht mehr erhältlich.  ·Öffnen Sie die Motorraumverriegelung und kontrollieren Sie deren Einstellung (die Hebel sollten straff, mit  gewissem Widerstand auf- und zugehen).  ·Kontrollieren Sie die A-Säule auf Korrosion um die Türscharniere.  Prüfen Sie, ob die Chromteile an ihren Oberflächen noch in Ordnung sind, vollständig sind und keine Beulen haben. Die Windschutzscheibe sollte frei von Kratzern sein. Das Verdeck muß nach dem Verschließen straff passen (auch über den Türen) und das Heckfenster soll durchsichtig sein. Die Druckknöpfe müssen vorhanden und einrastend und die Nähte in Ordnung sein. Reparaturen am Verdeck lohnen meist nicht. Ersatz ist in brauchbarer Qualität zu günstigen Preisen erhältlich, und der Einbau (bitte durch den Fachmann !) geht schnell. Aus einigen Metern Entfernung kann man überprüfen, ob die Türjustierung stimmt, d.h. die Türen müssen mit den  Kotflügeln und der Motorhaube fluchten.  Innenaustattung    nach oben Das meiste ist für jüngere Modelle erhältlich, aber eben nicht alles. Bei älteren Fahrzeugen (Mk. 1-3) ist ein verbastelter oder verschlissener Innenraum sehr schwer zu restaurieren. Arbeiten im Innenraum sind oft zeitaufwendig: Sitze sind kein Problem, aber hat jemand schon versucht, die Dichtungen an den Seitenscheiben  außen auszutauschen  ·Öffnen und schließen Sie die Türen, um deren Einstellung zu testen  ·Sind die Türaufhängungen in Ordnung?  ·Ist Rost in oder auf den Türschwellen?  ·Sind die Teppiche und Innentapezierungen in Ordnung? (Lautsprecher werden oft brutalst installiert!)  ·Die Sitze sollten nicht durchgesessen und die Sitzbezüge nicht zerrissen sein. (ist aber reparabel)  ·Das Kartenlicht (nur bei 1500) sollte vorhanden sein und funktionieren.  ·Ist das Originallenkrad noch vorhanden?  ·Finden sich Spuren von Wassereinbrüchen?  ·Wie sehen die Gummidichtungen an Verdeck, Türen, Windschutzscheibe und Seitenscheiben (innen und  außen) aus?  ·Funktionieren alle Anzeigen, Warnlampen und Schalter?  ·Die Sicherheitsgurte werden leicht im Türausschnitt eingeklemmt - sind sie in Ordnung?  ·Auf den regelmäßigen Tausch der Bremsschläuche wird meist vergessen - Zustand prüfen! ·  ·Die obere Abdeckung des Armaturenbretts (wo der Aschenbecher sitzt) ist oft beschädigt und der Austausch  extrem arbeitsaufwendig, weil das gesamte Armaturenbrett zerlegt werden muß.  Elektrische Anlage    nach oben Es gibt keine spezifischen Probleme mit der Elektrik, die nicht typisch für alle englischen Autos wären (Lucas -Gott der Finsternis, Sie wissen), allerdings scheint der Spitfire ein wenig solider zu sein als andere Engländer. Voraussetzung: die Elektrik ist nicht von Vorgängern völlig verbastelt worden. Der optische Eindruck, welche Kabel im Motorraum wie verlegt worden sind, sagt meist schon alles. Kontrollieren Sie alle Lampen. Probleme machen gelegentlich der Scheibenwischermotor, die Pumpe der Scheibenwaschanlage und die Hupen (oft wurden irgendwelche Jux- Fanfaren eingebaut - meist dilettantisch).  Mechanische Funktionen     nach oben ·Inspizieren Sie die Kühlflüssigkeit: Wurde aus falscher Sparsamkeit Wasser eingefüllt, ist es garantiert rostig  oder erst vor kurzem gewechselt worden. Der richtige Kühlerdeckel hat in der Mitte innen ein Rücklaufventil,  das für die korrekte Funktion der Kühlung unentbehrlich ist.  ·Ist der Kühler in Ordnung?? (d.h. rostfrei und dicht)  ·Wie sehen die Wasserschläuche und der Keilriemen aus?  ·Der Motor sollte nicht verdreckt sein. Gibt es Öl- oder Wasseraustritt? (Es sei angemerkt, dass kein Spitfire- Motor ganz öldicht ist)  ·Ist der Auspuff optisch und akustisch ok?  ·Prüfen Sie am vorderen Motorende, ob die Kurbelwelle Spiel in Längsrichtung hat. Wenn ja, ist eine Reparatur  bei sonstigem Motorschaden dringend erforderlich.  ·Die Vergaser werden oft entweder sträflich vernachlässigt (Undichtigkeiten, schlechte Einstellung, Verschleiß  der beweglichen Teile) oder unfachmännisch "repariert". Viele scheinbare Motorprobleme oder fehlender Fahrspaß haben hier ihre Ursache. Die Prüfung ist leider ohne Fachmann und/oder Instrumente kaum  möglich.  ·Starten Sie den Motor und achten sie auf sonderbare Geräusche oder auffallend unrunden Lauf. Auch  Rauchentwicklung aller Arten ist kein gutes Zeichen.  ·Gelegentlich fallen verschlissene Getriebe durch großes Spiel des Schalthebels und unexaktes, teigiges Gefühl  oder auch Schwergängigkeit beim Schalten auf.  ·Prüfen Sie auf einer Hebebühne, ob die Kardanwelle oder das Differential oder die Antriebswellen  ausgeschlagen sind.(Spiel um die Längsachse der Welle)  ·In keinem Bereich der Bremsanlage oder der Kupplungsbetätigung dürfen sich feuchte Stellen finden. ·  ·Auf den regelmäßigen Tausch der Bremsschläuche wird meist vergessen - Zustand prüfen! ·  ·Die Lenkung sollte kein Spiel haben.  ·Der Reifenzustand ist nicht nur ein guter Indikator, ob Sie ein gepflegtes Fahrzeug vor sich haben, sondern  verrät auch viel über die Einstellung und den Zustand des Fahrwerks.  ·Prüfen Sie, ob alle Schmierstellen gut versorgt sind. Trockenheit an der Vorderachse ist lebensgefährlich, weil  mangelnde Schmierung zum Abbrechen des Rades am Achsschenkel führen kann.  Testfahrt     nach oben ·Springt der Motor auch aus kaltem Zustand leicht an?  ·Lassen sich die Gänge leicht und geräuschlos einlegen und springen Sie beim Gaswegnehmen nicht heraus?  ·Sind das Fahrgestell und die Bremsen in Ordnung - zieht das Auto in eine Richtung?  ·Scheinbar schwergängig sind die Bremsen mangels Servo aber jedenfalls!  ·Vibriert das Lenkrad?  ·Gibt es - speziell beim Gaswegnehmen - Geräusche von der Hinterachse?  ·Singen deutet auf ein verschlissenes Differential hin, Klopfgeräusche kommen von kaputten Kreuzgelenken,  die bei jedem Spitfire von Zeit zu Zeit ausgetauscht werden müssen.  ·Unruhiges Fahrverhalten auf Unebenheiten könnte von verschlissenen Fahrwerksbüchsen kommen, ebenfalls  nichts ungewöhnliches, wenn auch arbeitsaufwendig in der Reparatur.  ·Der Motor sollte willig und spontan auf Gaspedalbefehle reagieren. Ein intakter, gut eingestellter und  gewarteter Motor zieht entgegen allen Gerüchten locker und leicht über 4.000/min, das Gegenteil ist aber  alles andere als selten.  ·Funktionieren alle Instrumente einwandfrei und überhitzt der Motor nicht?  Der Spitfire ist ein wartungsfreundliches Fahrzeug, was aber leider oft Bastler anregt, ihr Können zu versuchen. In neun von zehn Fällen geht das schief, weil die Dinge eben doch nicht so einfach sind. Immerhin: alle Ersatzteile, die für den Betrieb erforderlich sind, werden zu meist recht günstigen Preisen neu oder als Nachbau angeboten. Für Mk. IV und 1500 gibt es überhaupt praktisch alles. Wenn Sie bei den meisten der oben erwähnten Prüfpunkte "ok" schreiben können, stehen Ihre Chancen auf Cabriovergnügen ohne Reue gut.   Die angeführten Tests erheben keinen Anspruch auf Vollständigkeit, geben aber einen Überblick über jene Punkte die bei einem Triumph Spitfire beachtet werden sollten.  nach oben
Copyright Spitfire Autoclub Austria